SPD Mühltal

Alle Bauvorhaben sind notwendig

Allgemein

Bedarf

Um das Wohnungsdefizit in Deutschland abzubauen, errechnet das Pestel-Institut einen mittelfristigen Neubaubedarf von rund 400.000 Wohnungen im Jahr. Dabei besteht laut Pestel insbesondere im Mietwohnungsbau ein signifikanter Mangel. Um diesen abzubauen und die gestiegene und wanderungsbedingte Wohnungsnachfrage bedienen zu können, werden zusätzlich jedes Jahr 140.000 preiswerte Mietwohnungen benötigt, von denen 80.000 auf Mietsozialwohnungen und 60.000 auf bezahlbare Wohnungen in Ballungsräumen entfallen. Auch der Landkreis Darmstadt Dieburg zählt zu den angespannten Wohnungsmärkten.

Überträgt man die Zahlen des Pestel-Instituts auf Mühltal und einen Zeitraum von 10 Jahren, dann brauchen wir in Mühltal 600 bis 700 Wohnungen, davon 230 preiswerte Mietwohnungen. Von diesen Mietwohnungen sollten 130 Sozialwohnungen und 100 bezahlbare Wohnungen sein. Im Landkreis hatten am Stichtag 01.11.2017 insgesamt 2208 Familien einen Antrag auf eine Sozialwohnung gestellt, davon 75 in Mühltal.
Aufgrund dieser Zahlen sind wir der Auffassung, dass in Mühltal etwa 100 zusätzliche Sozialwohnungen und mindestens die gleiche Anzahl an bezahlbaren Wohnungen benötigt werden.

Viele preiswerte Wohnungen werden schon zeitnah benötigt. Im Gewerbegebiet Ruckelshausen entstehen 600 Arbeitsplätze. 
Die Chefs der vier größeren Industriebetriebe in Mühltal wünschen sich vor allem, dass Mühltal für neue Mitarbeiter/innen attraktiv ist, da alle vier wachsen wollen und neue Mitarbeiter/innen brauchen. Dafür sollte Wohnraum aller Kategorien zur Verfügung stehen sowie eine Kinderbetreuung in allen Altersstufen angeboten werden

Neue Baugebiete

Die geplanten Baugebiete (Roter Berg, Anstaltsmühle, Dornberg, Bahnhof) führen in Summe zu etwa 400 Wohneinheiten in den kommenden zehn Jahren. Die Zahl der geplanten Sozialwohnungen, die nur beim Dornberg (27) und Bahnhof (12) vorgesehen sind, reichen jedoch nicht aus.
Auch die Anzahl bezahlbarer Wohnungen ist zu niedrig. So sind am Dornberg 63 und am Bahnhof 22 vorgesehen.

Interessenbekundungsverfahren

Der Gemeinde standen im vergangenen Jahr insgesamt 87 geförderte Wohnungen und 98 weitere Mietwohnungen, die entweder dem Bauverein oder der Gemeinde Mühltal gehören, zur Verfügung.
Der Bauverein wurde von der Gemeinde gebeten, ein Konzept vorzulegen, um die geförderten Wohnungen zu übernehmen, bei zu hohem Sanierungsbedarf Wohnungen neu zu bauen sowie neue Mietwohnungen an der Nieder-Beerbacher-Straße zu bauen. Aus dem im Juni vorgelegten Konzept geht hervor, dass in 2024 die Anzahl der geförderten Wohnungen und die Zahl der frei finanzierten Mietwohnungen um jeweils 27 gestiegen sein wird. Das Konzept traf auf breite Zustimmung in der Gemeindevertretung. Es wurde beschlossen, in einem Interessenbekundungsverfahren weitere Anbieter zu suchen und das Projekt zum Ausbau der Wohnungen auszuschreiben. Der Neubau von Mietwohnungen an der Nieder-Beerbacher-Straße ist dabe das Sahnestück, die Renovierung älterer Sozialwohnungen der saure Apfel. 

Die SPD hat kürzlich gegen einen Antrag der Fraktion Fuchs gestimmt, einen Bebauungsplan für das Sahnestück zu beschließen und 
dieses anschließend für eine Million Euro zu verkaufen. Der Antrag von Fuchs hört sich zunächst gut an, ist in Augen der SPD nicht nachhaltig: 
Nehmen wir an, der Antrag von Fuchs wäre angenommen worden. Dann müsste die Gemeinde die älteren Sozialwohnungen auf eigene Kosten renovieren, teilweise auch abreißen und neu bauen lassen. Die Investitionskosten für diese Vorhaben liegen weit über 1 Mio EUR. 

Verdichtung

Im Rahmen der Verdichtung wird es zusätzliche einzelne Bauvorhaben geben, die die Zahl der neu erstellten Wohneinheiten weiter erhöhen werden. Leider zeigt aber die Erfahrung, dass dabei kaum preiswerte Mietwohnungen entstehen. 

Fazit

Die fünf genannten Vorhaben ergeben in Summe zusätzliche 454 neue Wohneinheiten, Ziel sind jedoch 600 bis 700.
Geplant ist folgende Anzahl preiswerter Wohnungen:
Sozialwohnungen: 66 
Bezahlbare Wohnungen: 85
Zur Deckung des Bedarfs sind zwar alle Vorhaben notwendig, aber nicht ausreichend.
Das sollten alle Bürger bei Einwänden gegen neue Bauvorhaben und Investoren bei der Planung der neuen Vorhaben bedenken

Karl-Hermann Breyer
SPD Fraktion

 
 

Unser Landtagsabgeordneter

 

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