SPD Mühltal

SPD-Fraktion nimmt Stellung zum Bauvorhaben am Bahnhof

Fraktion

Die SPD-Fraktion hat sich über den Aufstellungsbeschluss zum Bauvorhaben desInvestors BSM am Bahnhof gefreut. Dort sollen ausschließlich Mietwohnungen gebaut werden, die in Mühltal dringend gesucht werden. Nun ist ein Bürgerbegehren gestartet worden, um die Bebauung am Bahnhof zu verhindern. Wir finden es generell gut und richtig, wenn Bürger sich engagieren und Projekte kritisch hinterfragen. Wir möchten mit diesem Artikel erklären, warum wir für das Bauvorhaben sind. Die Idee mancher Unterstützer ist, alles beim Alten zu lassen, weil es in Mühltal also schön ist. Größere Bauvorhaben stören da nur. Diese Idee ist zwar verständlich, aber aus mehreren Gründen nicht gut. In Mühltal müssen etwa 80 Wohnungen pro Jahr gebaut werden, allein um den Bestand zu erhalten. Wenn es aber nur bei dem Bestand bleibt, dann werden die Preise und Mieten weiter steigen, weil der Bedarf viel größer ist als das Angebot. Vor allem jüngere Interessenten mit mittlerem oder geringerem Einkommen haben das Nachsehen.

Bleibt es nur beim Bestand an Wohnungen, dann nimmt die Einwohnerzahl nicht zu. Was das bedeutet, hat die Gemeinde Mühltal im Jahr 2018 erlebt: Sie erhält in den Jahren 2018 bis 2020 jedes Jahr 500.000 € weniger aus dem Topf der Einkommenssteuer des Landes Hessen, weil das gedeckelte Steueraufkommen im Stichjahr 2013 geringer gewachsen war als in Hessen. Im Stichjahr 2013 war die Einwohnerzahl in Mühltal gesunken, in Hessen aber gestiegen. Wir wollen nicht, dass Mühltal auf diese Weise abgehängt wird. Auf die Frage „Welche Eigenschaften werden weniger gut bewertet?“ bei der IKEK-Bürgerbefragung wurden Ausbildungsplätze und Wohnraumangebot am häufigsten genannt. Junge Familien ergänzen, dass ihnen der Wohnraum zu klein wird. Bis 2040 werden in Südhessen zusätzliche 307.000 Wohnungen benötigt (Darmstädter Echo vom 11.08.20). Der zusätzliche Wohnungsbedarf ist so hoch, weil die Zahl der Haushalte stärker wächst als die Bevölkerung. Auf Mühltal bezogen sind das 534 Wohnungen bis 2030. Deshalb sind die Bauvorhaben am Dornberg (300 Wohnungen), am Bahnhof (80 bis 120), an der Nieder-Beerbacher-Straße (48) und am roten Berg (24) notwendig. Alternative größere Vorhaben sind in den nächsten 10 Jahren nicht in Sicht.

Die Initiative Verkehrswende und Naturschutz argumentiert, der Aufstellungsbeschluss behindere den Nahverkehr, da keine Buswendeschleife und zu wenig Parkplätze vorgesehen seien. Das Bauvorhaben selbst verhindert weder eine Buswendeschleife noch zusätzliche Parkplätze für Pendler. Das Grundstück des Investors BSM ist ca. 25.000 m² groß. Die Gemeindevertretung hat sich für 50 zusätzliche Parkplätze für Pendler (ca. 2000 m²), aber gegen eine Buswendeschleife auf dem Grundstück des Investors BSM entschieden. Das Grundstück für diese Zwecke muss die Gemeinde vom Investor kaufen. Über eine Buswendeschleife zwischen Kiosk und Vanillekoch wurde gesprochen, aber keine Entscheidung gefällt.

Ein Gespräch der Gemeinde mit der DADINA über die Linienführung der verlängerten PE-Bus-Linie ist uns nicht bekannt. Besonders Besuchern fällt ins Auge, das der Bahnhof in Mühltal heute in den Abendstunden und erst recht in der Nacht verwaist ist. Um ihn attraktiver zu gestalten, fehlt das Leben rund um den Bahnhof. Eine Siedlung in der unmittelbaren Nähe würde dabei helfen. Auch geringer Verkehr auf der Zufahrtstraße kann unterstützen, dass sich Fahrgäste im Dunkeln sicherer fühlen und vielleicht verhindern, dass es dort zu Vandalismus oder Umweltvergehen kommt. Wir hoffen, dass sich bei einem Bürgerentscheid die Mehrheit für den Bau der dringend benötigten Wohnungen entscheidet. Wir werden uns für eine gute Erreichbarkeit der Odenwaldbahn einsetzen.

Karl-Hermann Breyer und Peter Rädel

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